Welpen und Junghunde

Welpen-Treff (bis 16. Woche) und Junghunde (ab 17. Woche)

Das freie Spiel der Welpen ist ein Kernpunkt unserer Welpenspielgruppe. Nebenher werden auch immer die Konzentration auf den Besitzer und erste Gehorsamsübungen trainiert. Umweltabenteuer wie unsere Hängebrücke, unsere Rutschbahn, unser Tunnel durch einen Erdhügel sowie das Kennenlernen verschiedener Bodenuntergründe gehören mit zu unserem Programm. Die Besitzer werden in Theorie und Praxis auf das zukünftige Zusammenleben mit ihrem Hund bestens vorbereitet.

Bei weiteren Fragen können sie sich gerne an unsere Übungsleiterin für Welpen und Junghunde - Petra Nitsch - wenden.

Entwicklungsphasen des Welpen

Der Welpe durchläuft nach seiner Geburt verschiedene Entwicklungsphasen.

Vegetative Phase(1. und 2. Woche)

Die Augen und Ohren sind noch geschlossen. Der Geruchssinn ist noch schwach ausgebildet.

Übergangsphase (3. Woche)

Jetzt öffnen sich die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge, sehen kann der Welpe aber noch nichts. Erst mit der dem 17. oder 18. Lebenstag entwickelt sich die Sehfähigkeit. Dasselbe trifft für das Gehör zu. Hat der Welpe vorher fast ausschließlich getrunken und geschlafen nimmt er nun seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv war.

Prägungsphase (4. – 7. Woche)

Augen, Nase und Ohren sind nun voll entwickelt. In dieser Zeit lernt der Welpe im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken (Menschen, Geräuschen, optischen Eindrücken etc.) umzugehen. Er nimmt sein Umfeld bewusst wahr und lernt seine Sozialpartner kennen. Im Spiel mit seinen Wurfgeschwistern lernt er seinen sozialen Rang zu finden und sich und die anderen auszutesten. In dieser Zeit werden seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt. Wird in dieser Zeit ein Welpe isoliert gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen gebracht, kommt es mit größer Wahrscheinlich später zu Sozialisierungsproblemen die man nur noch schwer aufarbeiten kann.
Nun beginnt die wichtigste Phase für unsere Welpen und uns. Die Sozialisierungsphase
Sozialisation

Die ersten Lebenswochen eines Hundes spielen eine wichtige Rolle für das spätere Zusammenleben.

Sozialisierungsphase (8.-12. Woche)

In der Sozialisierungsphase (8.-12. Woche) lernt der Welpe wichtige Regeln im Ausdrucks- und Sozialverhalten. Er macht sich mit seinem Lebensumfeld vertraut und lernt Umweltreize kennen. Alles was der Welpe in dieser Zeit erlebt und kennenlernt, dient ihm als Vergleich zu späteren Situationen. Dies gilt für Gutes wie Schlechtes. Wichtig ist es daher, ihm einen reichen Schatz an positiven Erlebnissen mit auf den Weg zu geben, aus dem er den Rest seines Lebens profitieren kann.

Alle in dieser Zeit, durch falsche Behandlung erfahrenen Unsicherheiten und Ängste sind nach dieser Phase kaum mehr rückgängig zu machen und wirken in der Hundeseele sein ganzes Leben nach.
Eine gute Welpenförderung dient vor allem dazu, dem Hund Unsicherheit zu nehmen und Selbstsicherheit zu geben. Angst ist die häufigste Ursache für Aggressionen zwischen Artgenossen und Menschen.

Rangordnungsphase (13.-16.Lebenswoche)

Der Hund nimmt seine Stellung in der Rangordnung ein. Der Rudelführer Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft. In dieser Phase ist es wichtig, das der Welpe seine Grenzen kennt und vom Mensch klare Regeln erhält.

Rudelordnungsphase (5. / 6. Monat)

In diese Zeit fällt der Gebisswechsel des jungen Hundes. Er ist nun bestrebt, sich seinen Platz im Rudel zu suchen und seine Position zu festigen. Der neue Besitzer des Hundes muss dem Hund deutlich klarmachen, dass die Stellung des Hundes die unterste im "Familienrudel" ist. Damit ist für den Hund seine Position geklärt, und er wird sich nun besonders eng demjenigen anschließen, der für ihn den Rudelführer symbolisiert, dessen Autorität anerkannt wird.

Pubertätsphase (7. -12. Monat)

Dauer ist rasseabhängig. Der Rüde hebt (in der Regel) erstmalig sein Bein, die Hündin hat die erste Läufigkeit, Konkurrentinnen werden weg gebissen. In dieser Phase erlebt man oft regelrechten Trotz bei den Hunden und er scheint alles bereits erlernte einfach wieder "vergessen" zu haben. In dieser Zeit sollte man keinesfalls resignieren, sondern mit liebevoller aber unnachgiebiger Konsequenz weiter mit dem Hund arbeiten.

Reifungsphase (12. bis 18. Monat)

Nun zeigt es sich, ob der Hund die Anleitung erhalten hat, die seine Entwicklung optimal fördern konnte. Der fortdauernde Bestand der Lernfreudigkeit und der Bereitschaft zur freundlichen Kontaktaufnahme mit Mensch und Tier belegen dieses.
Der Hund ist nun psychisch ausgereift und kaum noch zu verändern. Positive, wie negative Eindrücke und Erfahrungen bestimmen nun sein weiteres Handeln.